Google straft deutsche Linknetzwerke ab und nennt Namen

Google hat in Person von Matt Cutts, seines Zeichens Leiter Webspam-Teams bei Google, hat gestern über Twitter bekannt gegeben, dass der Suchmaschinenbetreiber gegen die Berliner Firma „efamous“ vorgeht. Nachdem bereits Anfang Februar diesen Jahres angekündigt wurde nun auch gegen deutsche Agentur- bzw. Linknetzwerke vorzugehen, die gegen Google Richtlinien verstoßen haben, wurde gestern erstmals auch ein Name einer deutschen Agentur offiziell von Google genannt. Auch wenn ich nicht das Vergnügen hatte, an diesem Wochenende an der SEO-Campixx teilnehmen zu dürfen, kann ich mir gut vorstellen, dass neben den möglichen Maßnahmen (Strafen) die solche Agenturen oder „Netzwerk-Betreiber“ von Google zu spüren bekommen, auch die Folgen für die Mitarbeiter, als auch für die Folgen der betreuten Kunden diskutiert wurden.

Tweet von Matt CuttsAbb.01: Tweet von Matt Cutts hinsichtlich der Abstrafung dt. Linknetzwerk-Betreiber

Fabian Rossbacher, seines Zeichens Veranstalter des SEO-Days in Köln, hat die Chance genutzt und in einem Interview interessante Fragen an „efamous“ stellen.

„Viele vermuten, dass es ein Teil der Bemühungen von Google ist, den Fokus und das damit verbundene Werbebudget weg von SEO in Richtung SEM (Adwords) und Display zu lenken.“

Antworten wie diese, erzeugen bei mir ehrlich gesagt ein gewisses Stirnrunzeln. Das von einem Spezialvermarkter der mit vielen Bloggern und Fachpublikationen zusammenarbeitet, um so für die Produkte seiner Kunden die richtige Ansprache und Zielgruppe zu identifizieren, überrascht mit solchen Aussagen nicht wirklich. Denn jeder, für den Suchmaschineoptimierung mehr als nur Linkaufbau ist, kann über solche Aussagen nur den Kopf schütteln. Die Berliner Agentur deren Expired-Domain Netzwerk aus dem Index verschwunden ist, empfiehlt im übrigen nun Links von Contentfarmen und Domainnetzwerken abzubauen. Aha?! Interessant wird es in Zukunft werden, mit welchen Mitteln Google konkret gegen genannte Linknetzwerke vorgeht, die klar gegen die Google Quality-Richtlinien verstoßen. Und natürlich auch, welche Auswirkungen dieses Vorgehen für die Kunden solcher Agenturen hat, die über Kanäle wie Twitter öffentlich genannt werden (zum Original-Tweet von Matt Cutts).

Der Gastgeber bestimmt die Regeln!

Ob’s einem gefällt oder nicht, Google hat mit seiner Suchmaschine zur „Party“ eingeladen und „Benimmregeln“ (Google Webmaster Guidlines) dafür aufgestellt. Wer sich als „Partygast“ nun daneben benimmt, muss sich nicht wundern der Google-Party verwiesen zu werden!

Was ist Eure Meinung?

Hiermit meine ich nicht in erster Linie die Vorgehensweise des genannten Berliner (Link)Netzwerk-Betreibers, für seine Kunden mit expired Domains zu arbeiten, sondern die Vorgehensweise von Google, Namen öffentlich zu nennen? Auch wenn dies nicht das erste mal war, denn bereits im Januar diesen Jahres wurde mit Buzzea bereits eine französische Agentur öffentlich an den „Pranger“ gestellt. Fazit, der Agentur wurde die Geschäftsgrundlage entzogen und viele Ihrer Kunden mussten entsprechende Verluste hinnehmen. Auf der einen Seite, weil sie nun in den Google-SERPs auf hinteren Plätzen zu finden waren und weil bereits getätigte Investitionen, keine „Erträge“ einfahren konnten. Ob gleiches Kunden deutscher „Netzwerk-Betreiber“ blüht ist spekulativ, aber sicherlich nicht ganz unwahrscheinlich.

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Über den Autor

Heiko Stiegert
Heiko Stiegert () ist als Senior SEO Consultant für den Auf- und Ausbau der SEO- & Online-Marketing-Strategien innerhalb der mediaworx berlin AG verantwortlich. Sein Hauptaugenmerk liegt hierbei in der Erstellung von Analysen, dem Entwickeln von langfristig und nachhaltig angelegten Konzepten zur Erreichung der Marketing- & Vertriebsziele.

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7 Kommentare zu "Google straft deutsche Linknetzwerke ab und nennt Namen"

  1. Hallo Heiko,

    Wie auch schon Jan Kutschera heute im Popularity Reference-Blog schrieb:

    Es ist in meinen Augen ein technologisches Armutszeugnis von Google nun mithilfe des „Twitter-Prangers“, Druck auf die SEO-Branche auszuüben.

    Die für Google algorithmische Unmöglichkeit einen gekauften Link von einem natürlich erworbenen Link zu unterscheiden, wird ein mal mehr deutlich!

    Die aktuelle PR-Kampagne von Google führt bei mir fast schon zu „facepalm“ Effekten, wenn ich mir vorstellen, was für kluge Köpfe die Such-Algorithmen entwicklen und dass dennoch die PR-Keule Matt Cutts regelmäßig rausgeholt wird um (mithilfe von FUD) für Unruhe und Panik zu sorgen.

    Wenn Google wenigstens bei der (verstärkt) manuellen Jagd auf Spam und Link-Manipulationen halbwegs gerecht/fair wäre und alle schwarzen Schafe erwischen würde (was unmöglich ist) …

    Aktuell schlüpfen eher 80%-90% der Links, die gegen die Google Richtlinien aufgebaut wurden, durch die Maschen und höchsten 10%-20% werden von den manuellen Spam-Teams als problematisch identifiziert. Dies führt genau zu dem Effekt, den Google sich eben nicht erwünscht:

    Die Unternehmen/SEOs denken „na bitte, es geht doch, man muss sich nur clever beim Manipulieren anstellen“… das nützt den 10%-20% der Unternehmen, die pleiten gehen, weil Matt sie auf die Abschussliste gesetzt hat natürlich nicht.

    Es bleibt ungerecht, unfair und manipulativ, auch wenn sich viele nachhaltiges SEO inklusive Content-Marketing auf die Fahne schreiben, denn in einigen Nischen merkt man immer wieder, dass man mit einer handvoll Blog-Links schneller und sogar langfristiger nach vorne kommt, als mit „guten Inhalten“… das ist schade, aber leider Realität.

    Gruß,
    Sebastian

  2. Deiner Einschätzung ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen Sebastian. Obwohl ich die Zahl der tatsächlich entdeckten Linknetzwerke noch nicht einmal so einschätzen würde.

  3. Hallo Heiko,

    im Grunde stimme ich mit dir überein. Zwei Punkte möchte ich aber gerne einmal provokativ mit einfließen lassen:
    1.: Zum einen ist die entzogene Geschäftsgrundlage eine, die überhaupt erst durch Google und seine Dienste ermöglicht wurde. Wenn ich jemanden zu einer Party einlade und der benimmt sich daneben, dann werfe ich ihn raus. Das macht Google nun.
    2.: Wenn eine Geschäftsidee von Beginn an gegen die Google Richtlinien verstößt und nur durch „Nichtentdecken“ am leben erhalten wird, dann muss man sich nicht wundern, wenn es einen irgendwann erwischt.

    Was nicht heißen soll, dass ich grundsätzlich für einen digitalen Pranger bin, im Gegenteil. Für mich wird nur die Hilflosigkeit Googles deutlich, die keinen gekauften von einem natürlichen Link unterscheiden können.
    Gruß und weiter so,
    Tobias

    • Deine beiden Argumente sind natürlich hieb und stichfest ;o) Wenn man sich mit seinem Business so dich an den Grenzen der Webmaster-Guidlines bewegt, dann muss man sich auch der Konsequenzen im Klaren sein. Ich persönlich würde allerdings niemals einen unserer Kunden, einem solchen Risiko aussetzen. Denn das Vertrauen welches einem fast tagtäglich im geschäftlichen Umfeld entgegen gebracht wird, sollte man niemals so leichtfertig riskieren, wie es leider immer noch die ein oder andere SEO-Agentur macht.

      Viele Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar!

  4. Man sieht am Handeln von Google einmal mehr, dass die Suchmaschine einfach immer einen Schritt hinterher hinkt (oder mehrere). Wie in den Kommentaren angesprochen, gibt es keine Möglichkeit gekaufte von freiwilligen Links zu unterscheiden. Das Einzige was also übrig bleibt ist Einschüchterung.

    Ein Stück weit halte ich es für ok, dass Google alles Mögliche versucht, damit die Regeln befolgt werden. Sogar die Einschüchterung. Was ich aber mehr und mehr hasse, ist die unfaire Behandlung der verschiedenen „Verbrecher“. Viele der bekanntesten Seiten im Web (insbesondere grosse Magazine) verkaufen sehr öffentlich Links. Dies wird von Google toleriert. Wird aber ein kleiner erwischt, dann ist man gleich weg.

  5. Die grundsätzliche Frage ist – warum werden überhaupt Links gekauft. Es wurden Regeln festgelegt und nach denen kann man sich ausrichten. Es sollte jeder der sich mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigt diese Regeln, und das damit verbundene Risiko kennen.

    Nachher zu jammern das man abgestraft wird, und die anderen nicht ist wohl das einfachste. Vielleicht haben die anderen etwas richtig gemacht, und man selbst war nicht ganz so klug.

    Es wird ein ewiges Katz und Maus Spiel bleiben. Aber ist das nicht auch das was uns alle antreibt – das Bestreben klüger als ein anderer zu sein, und am Ende das Bewußtsein zu haben das man schlauer als die anderen war?

    • Dem kann und will ich uneingeschränkt zustimmen Hans. Der „Aufschrei“ in der Szene ist nur deshalb so groß, weil damit immer noch viel Geld verdient wird.

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