Wie gesund ist das Backlinkprofil von Krankenkassen? Teil 1

Wie gesund ist das Backlinkprofil von Krankenkassen? Teil 1 4.60/5 (92.00%) 10 votes

Auch wenn die Möglichkeiten der Manipulation der SERPs durch Linkaufbau in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch die stetigen Verbesserungen durch Suchmaschinen wie Google sukzessive weniger wurden, ist es dennoch wichtig sein Backlinkprofil einem regelmäßigen Monitoring zu unterziehen. Da Backlinks nicht nur für Suchmaschinen ranking-relevante Eigenschaften weiterreichen, sondern auch themenrelevante Besucher, sollte man diese Quellen bei kleinen als auch großen Websites stets regelmäßigen prüfen, analysieren und somit Veränderungen im Backlinkprofil, im wahrsten Sinne des Wortes, auf dem Schirm haben. Da wir auf der SEOCouch immer mal wieder bestimmte Branchen hinsichtlich SEO analysieren, werden wir mit dem heutigen Artikel einen Blick auf Linkprofile der größten deutschen gesetzlichen Krankenkassen näher beleuchten und miteinander vergleichen.

Backlinkprofile der 5 größten dt. gesetzlichen Krankekassen im DirektvergleichAbb. 01: Wie ausgeglichen sind die Backlinkprofile der 5 größten dt. gesetzlichen Krankenkassen?

Die 5 größten dt. gesetzlichen Krankenkassen im großen Backlink-Check

  • TKK (Techniker Krankenkasse)
  • AOK (Allgemeine Ortskrankenkassen)
  • DAK (Deutsche Angestellten-Krankenkasse)
  • IKK Classic (Innungskrankenkasse)
  • Barmer GEK

Bevor wir in die Analysen der einzelnen Linkeigenschaften eintauchen, gibt es vorher noch ein paar grundlegende Informationen zu den Domains. Ausschlaggebend für die Auswahl dieser 5 gesetzlichen Krankenkassen war die Anzahl an Mitgliedern. Zwei Besonderheiten gibt es dennoch. Denn die IKK-Classic und somit die Domain www.ikk-classic.de, ist lediglich 1 von 5 Krankenkassen, die zum Bundesverband der Innungskrankenkassen in Deutschland gehören. Ähnliches gilt für die AOK. Zu dieser gehören bundesweit mehrere große Kassen wie die aus Bayern, Baden-Württemberg, die AOK Plus (Sachsen & Thüringen), Rheinland & Hamburg. Da diese allerdings innerhalb der Domain www.aok.de subsumiert sind und sich in jeweils eigenen Ordnern befinden, wurde für die AOK lediglich diese eine Domain analysiert. Bei der TKK, der DAK und der Barmer GEK gibt es diese Vielfalt nicht, daher war die Entscheidung an dieser Stelle wesentlich einfacher.

Die Backlink-KPIs – Welche Eigenschaften werden verglichen?

Um einen einigermaßen „fairen Vergleich“ zu ermöglichen, werden als vergleichende Faktoren hierfür einige wenige relevante Backlink-KPIs auf Basis der LinkResearchTools (LRT) herangezogen. Dazu gehören unter anderem die Anzahl an Backlinks, Informationen zu den Link-Typen, der Link-Position und der Linklage, sowie der Linktexte. Zur Analyse der einzelnen Krankenkassen-Domains wurden daher folgende Eigenschaften der fünf Backlinkprofile analysiert und bewertet:

  1. Anzahl an Backlinks, inkl. Link-Status (follow/nofollow)
  2. Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage
  3. Verteilung bzw Gewichtung der Linktexte

1. Anzahl an Backlinks

Bei dieser rein quantitativen Eigenschaft dominiert die AOK, die über 3,5 Mio Backlinks verfügt. Daraus resultierend ist es nicht überraschend, dass auch die IP-, Domain- und ClassC-Popularität bei der AOK die Spitzenwerte in diesem Direktvergleich erreichen. Mit großem Abstand folgen die DAK und die Techniker Krankenkasse. Relativ deutlich abgeschlagen und auf einem ähnlichen quantitativen Niveau befinden sich die Barmer GEK und die IKK-Classic.

Vergleichende Übersicht über die Anzahl an BacklinksAbb.02: Vergleich der Anzahl an Backlinks, der IP-, Domain- und Class-C-Popularität

Die große Dominanz der AOK wird zusätzlich dadurch beeinflusst, dass bis auf die Domain der DAK, alle anderen Domains erst seit 2009 existieren (Quelle: Sistrix). Denn vorher waren die gesetzlichen Krankenkassen unter anderen Domains online zu erreichen. Wenn die bis dahin erfolgten externen Verlinkungen bei einem Domain-Wechsel nicht berücksichtigt wurden und kein Redirect-Management durchgeführt wurde, könnten diese in einem solchen Fall einiges an Potential verschenkt haben. Letztendlich möchte ich in diesem Fall eigentlich nur sagen, dass es bei einer Backlinkanalyse nicht immer ausreicht bestehende Fakten miteinander zu vergleichen. Manchmal lohnt es sich durchaus, etwas weiter (bzw. zurück) zu denken, um Potentiale identifizieren zu können.

1.1 Link-Status – follow / nofollow

Neben der Eigenschaft des Linktextes ist auch der zu vergebende Link-Status mit der Vergabe der Attribute „follow“ und „nofollow“ immer noch eine relevante Metrik zur Beurteilung eines Backlinkprofils. Auch wenn nofollow-Links vom Google Bot nicht verfolgt, sind Suchmaschinen wie Google dennoch in der Lage zu analysieren, wie viele und welche nofollow-Verlinkungen eine Webseite erhält.

Krankenkasse Follow Nofollow Redirect LinkNotFound
Techniker Krankenkasse 92,5% 2,8% 2,9% 1,7%
Barmer GEK 86,6% 2,2% 9,6% 1,5%
IKK-Classic 79,9% 0,8% 18,7% 0,5%
DAK 78,2% 8,5% 8,5% 4,8%
AOK 89,2% 3,8% 6,6% 0,4%

1.2 Deep Link Ratio – „Tiefgründig oder oberflächlich“?

Während bei der AOK, TK und Barmer ca. 2/3 aller Backlinks auf die Startseite gehen, landen bei der IKK Classic 96% aller Backlinks auf der Startseite. Bei der DAK hingegen ist die Deep-Link-Ratio vollkommen anders, denn hier geht die eine Hälfte auf die Startseite und die andere Seite auf Unterseiten der Domain. Um allen Lesern die jetzt eine Empfehlung für eine „gute Deep Link Ratio“ erwarten sei gesagt, dass es diesen einen bestimmten Wert nicht (!!!) gibt. Denn unabhängig von dem Thema der Website, als auch der Informations- und Webseitenstruktur, wird mehr oder weniger häufig auf die Start- oder eine Unterseite verlinkt. Webseiten die regelmäßig aktuelle Themen über einen Blog oder ein Magazin publizieren und nicht nur Unternehmensinformationen veröffentlichen, besitzen mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Verlinkungen auf Unterseiten.

2. Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage

Da zur Beurteilung der Qualität eines Backlinks auch Eigenschaften wie die Position in dem sich der Backlink befindet wichtig sind, werden diese im folgenden Abschnitt etwas genauer analysiert. Dazu nehmen wir einfach mal kurz die Position eines Crawlers ein und stellen uns einfach mal folgende 2 Fragen:

  • Wie wichtig / relevant kann ein Backlink sein, der sich in einer Liste von mehreren Verlinkungen am Ende einer Webseite befindet?
  • Wie wichtig / relevant kann ein Backlink sein, der sidewide in einer Marginalspalte integriert ist und somit auf einer Produkt-, Kontakt- & Serviceseite enthalten ist?

2.1 Techniker Krankenkasse

Bei genauer Betrachtung wird klar, dass die Backlinks der Techniker Krankenkasse größtenteils Textlinks sind, die im hinteren Drittel der Website liegen und das die Hälfte der externen Verlinkungen aus dem Footer, Linklisten und Sidebars stammen. Dies lässt die nicht wirklich überraschende Vermutung zu, dass hier überwiegend sidewide Backlinks das Backlinkprofil der TK dominieren. Ein schönes Beispiel hierfür ist ein Backlink (Logo-Verlinkung) der HSV-Website aus dem Footer heraus. Aber auch Bannerverlinkungen von 42dreams.com, 42dreams.de und 42dreams.eu.

Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der TKKAbb. 03: Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der TKK

2.2 Barmer GEK

Die Backlinkprofil der Barmer Ersatzkrankenkasse sind zu über 2/3 Bildlinks, welche sich zudem im größten Teil aus dem letzten Zehntel der Website befinden. Diese stammen überaus häufig aus Footern, von Linklisten oder Sidebars. Ein ausgewähltes Beispiel hier ist die Website der Schwäbisch Gmünder Volkshochschule, die mit fast 100.000 indexierten Seiten der Barmer einen Footerlink „spendiert“. Dazu gehören aber auch sehr themenrelevante Backlinks wie die von der Weissen Liste.

Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der Barmer GEKAbb. 04: Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der Barmer GEK

2.3 AOK

Bei der AOK liegt zwar ein großer Teil der Backlinks ebenfalls im hinteren Teil der linkgebenden Webseiten, allerdings sich auch eine nicht unerhebliche Anzahl im Backlinks im HTML-Quellcode mit vorne dabei (siehe Linklage). Der Großteil dieser externen Verlinkungen stammt aus Linklisten und Paragraphen. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, das diese häufig von sidewide Links aus anderen (Themen-)Portalen der AOK stammen und sich diese bereits in den Meta-Navigationen befinden und somit bereits sehr früh im HTML-Code enthalten sind.

Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der AOKAbb. 05: Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der AOK

2.4 DAK

Die Linkposition und Linklage der DAK Backlinks ist ähnlich gelagert. Ein Großteil im hinteren Drittelt der Websites, aber auch ganz weit vorne. Ein typisches Beispiel hier ist die sidewide Verlinkung eines Logos der DAK durch den Radsportverband Nordrhein Westfalen aus ihrer rechten Marginalspalte heraus.

Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der DAKAbb. 06: Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der DAK

2.5 IKK-Classic

Bei der IKK-Classic befindet sich der Großteil der Positionen aus denen heraus auf die IKK-Website verlinkt werden in der Mitte. Interessant hier ist, dass ein Großteil der Backlinks von Kreishandwerkerschaften, also fachunabhängige Zusammenschlüssen von Handwerksinnungen verschiedener Regionen, stammen. Das ein großer Teil der Backlinks der IKK bereits aus der ersten Hälfte der linkgebenden Websites heraus vergeben werden, liegt auch an der Umsetzung der Websites. Da viele dieser Websites über eine rechte und linke Sidebar verfügen kommt es nicht selten vor, dass die Kooperationslinks in der linken Spalten enthalten sind. Und wer sein HTML stumpf nach Layoutvorgaben umsetzt, hat somit relativ früh im Quellcode ausgehende Verlinkungen.

Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der IKK-ClassicAbb. 07: Verteilung hinsichtlich der Link-Typen, der Link-Position und der Linklage der IKK-Classic

Wie die folgende Abbildungen hoffentlich gut verdeutlicht, gibt es innerhalb der Websites der 5 Krankenkassen teilweise deutliche Unterschiede. Während die DAK, die IKK-Classic und die Barmer-GEK eher mit verlinkten Bilder / Logos „arbeiten“ (jeweils ca. 2/3 aller Backlinks), hält sich das Verhältnis zwischen Image- & Text-Backlinks bei der AOK die Waage. Bei der TK hingegen sind 2/3 aller externen Verlinkungen Textlinks.

3. Verteilung bzw. Gewichtung der Linktexte

Eine ebenfalls für jede Backlink-Analyse wichtige Eigenschaft, ist die des Linktextes. Während ein natürliches Linkprofil größtenteils den eigenen Domain- oder Markennamen im Linktext trägt, wird bei zielgerichtetem Linkbuilding (Offpage-Optimierung) oftmals auch auf Money-Keywords zurückgegriffen. Wie die Tag-Cloud-Übersicht der Linktexte verdeutlicht, werden die Ankertexte der Krankenkassen von verlinkten Bildern gesetzt (meistens Logos). Da die Linkgeber aber dies häufig nicht korrekt einbinden, sprich kein alt-Attribut für die alternative Bildbeschreibung verwenden, wird eine wichtige Textinformation somit nicht an die Suchmaschinen weitergereicht. Bei allen Krankenkassen sind dies immerhin von 20% (TK) bis über 35% (IKK) aller Backlinks.

Eine in diesem Zusammenhang notwendige Aufgabe wäre: Kooperationspartner oder Linkgeber kontaktieren und alt-Attribut sinnvoll setzen!

Verteilung bzw. Gewichtung der LinktexteAbb. 08: Verteilung bzw. Gewichtung der Linktexte

Bei genauerer Betrachtung der Linktexte der Krankenkassen fällt bei der AOK der sehr prominente Linktext „Privatkunden“ auf. Diese relativ hohe Gewichtung wird durch andere AOK-Websites, wie der Seite vom AOK-Bundesverband oder aber auch den Vertragspartnerseiten, erlangt. Ansonsten werden die Tag-Clouds der jeweiligen Krankenkassen von Brandverlinkungen oder Verlinkungen der Domain-Namens wie www.dak.de. Weiterhin sind auch überall generische Linktexte wie „zur Homepage“ oder „weiterlesen“ vertreten. Alles in allem, also durchaus sehr natürlich wirkende Linktext-Profile.

Zwischenfazit nach Teil 1

Auf den ersten Blick wirken die Backlinkprofile der gesetzlichen Krankenkassen ähnlich. Allerdings gibt es dennoch einige Unterschiede die manchmal eher im Detail liegen. Offensichtlich allerdings ist, dass die AOK hinsichtlich der Quantität an Backlinks das Nonplusultra darstellt. In Sachen Link-Typ, Link-Position und Linklage gibt es allerdings teilweise deutliche Unterschiede. So sollte die Barmer-GEK die linkgebenden Seiten, die oftmals aus eigenen Plattformen stammen, als auch die Position in der Website (und dem HTML-Quellcode) hinterfragen und sich dabei die folgende bereits oben gestellte Frage stellen:

Wie wichtig / relevant kann ein Backlink sein, der sich in einer Liste von mehreren Verlinkungen am Ende einer Webseite befindet?

Hiermit möchte ich den ersten Artikel dieser 2-teiligen Serie auch schon beenden, allerdings nicht ohne Euch noch einen Ausblick auf den nächsten Teil zu gewähren.

Wie geht’s in Teil 2. weiter?

Im nächsten Artikel dieser 2-teiligen Serie werden Potentiale, die thematische Relevanz der Backlinks, als auch Risiken im Zusammenhang mit den Linkprofilen der 5 gesetzlichen Krankenkassen aufdeckt.

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Über den Autor

Heiko
Heiko Stiegert () ist als Senior SEO Consultant für den Auf- und Ausbau der SEO- & Online-Marketing-Strategien innerhalb der mediaworx berlin AG verantwortlich. Sein Hauptaugenmerk liegt hierbei in der Erstellung von Analysen, dem Entwickeln von langfristig und nachhaltig angelegten Konzepten zur Erreichung der Marketing- & Vertriebsziele.

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