Wie gesund ist das Backlinkprofil von Krankenkassen? Teil 2

Wie gesund ist das Backlinkprofil von Krankenkassen? Teil 2 5.00/5 (100.00%) 9 votes

Auch wenn es Suchmaschinen gibt bzw. gab (Yandex), die mit ihrem Algorithmus zur Berechnung von Rankings ohne Backlinks auskamen, sind sie dennoch eine relevante Stellgröße zur Bewertung einer Platzierung in den SERPs. Auch wenn nicht wenige Online-Marketeers und SEOs das Ende bereits prognostiziert haben, muss man sie bei eigenen Projekten immer noch stets berücksichtigen, messen, bewerten und ggf. gegensteuern. Das gilt für Onlineshop-Betreiber, Affiliates, Blogger, aber auch für Krankenversicherungen. Daher habe ich diese Woche in einer kleinen 2-teiligen Artikelserie die Backlinkprofile der 5 größten deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen mal etwas genauer unter die Lupe genommen. In diesem 2.Teil wird daher über die thematische Relevanz der Backlinks, die schnelle Identifikation von Potentialen, als auch das LinkDetoxRisiko der Domain analysiert und bewertet.

: Wie ausgeglichen sind die Backlinkprofile der 5 größten dt. gesetzlichen KrankenkassenAbb. 01: Wie ausgeglichen sind die Backlinkprofile der 5 größten dt. gesetzlichen Krankenkassen? – Teil 2

Die 5 größten dt. gesetzlichen Krankenkassen im großen Backlink-Check

  • TKK (Techniker Krankenkasse)
  • AOK (Allgemeine Ortskrankenkassen)
  • DAK (Deutsche Angestellten-Krankenkasse)
  • IKK Classic (Innungskrankenkasse)
  • Barmer GEK

Die Backlink-KPIs – Welche Eigenschaften werden verglichen?

Um einen auch in diesem 2.Teil einigermaßen „fairen Vergleich“ zu ermöglichen, werden als vergleichende Faktoren hierfür einige wenige relevante Backlink-KPIs herangezogen. Dazu gehören unter anderem die Anzahl an Backlinks die 404er erzeugen, Informationen zur Gewichtung der Themenrelevanz linkgebender Webseiten und dem Risiko welches von Backlinks ausgehen kann:

  1. Anzahl an Backlinks die 404er erzeugen
  2. Gewichtung der Themenrelevanz linkgebender Webseiten
  3. Risikoanalyse der Backlinks (LinkDetoxRisiko)

Warum ist das Monitoring von Backlinks eigentlich noch wichtig?

Der eigentlichen Analyse vorweg noch eine kurze Anmerkung meinerseits, warum das Monitoring und die Analyse von Backlinks immer noch wichtig ist. Allein der Alltag mit zahlreichen (meisten wirklich sehr platten) Anfragen für einen Linktausch oder Linkkauf oder den Bitten um Linkabbau zeigen deutlich, dass dieses Thema auch für SEOs und deren alltägliche Arbeit immer noch wichtig ist. Im Zusammenhang mit Backlinks ist zum Beispiel auch der Trend von 2 Begriffen die in diesem Zusammenhang stehen, sehr interessant. Die Rede ist von den Begriffen „Content Marketing“ & „Link Building“. Nicht wenige Verantwortliche reden vom ersten Begriff (CM), um Ihre Leistung zu verkaufen, meinen in Wirklichkeit aber gezieltes „Link Building“. Ein Schelm wer böses dabei denkt, aber anbei mal eine Google-Trendabfrage zu diesen beiden Begriffen (auch wenn der Trend nicht allein auf SEOs zurückzuführen ist).

Trendvergleich: Link Building vs. Content MarketingAbb. 02: Trendvergleich: Link Building vs. Content Marketing

Kommen wir aber vom Linkaufbau im speziellen, zur Verbesserung des eigenen Linkprofils im allgemeinen. Denn auch hier gibt es zahlreiche Potentiale die gehoben werden können. Beginnen wollen wir daher bei einem, meiner Meinung nach, echten Quick-Win!

1. Backlinks die 404er erzeugen – Was nun?

Da nicht nur Linktexte oder Linkpositionen für ein Backlinkprofil von Bedeutung sind, sondern auch fehlerhafte Verlinkungen die 404er erzeugen, wollen wir uns diese mal bei den Krankenkassen-Websites etwas näher ansehen. Die übliche Vorgehensweise ist in diesem Fall die, dass man in den Google Webmaster Tools nachsieht und die unter Crawlingfehler aufgeführten Seiten und deren externen Verlinkungen, analysiert und die damit verbundenen Fehler behebt.

Analyse von Backlinks die 404er erzeugenAbb. 03: Analyse von Backlinks die 404er erzeugen (Screenshot: Google Webmaster Tools)

Da wir diese Möglichkeit für die fünf Krankenkassen allerdings nicht haben, checken wir dies mit dem Link Juice Recovery Tool (LJR) von den LinkResearchTools (LRT), die wir bereits im ersten Artikel dieses 2-Teilers verwendet haben. Und es ist wirklich erstaunlich, wie viel Potential dieser Arbeitsschritt birgt.

Domain Anzahl 404er Seiten Anzahl 404er Backlinks
www.tk.de 270 708
www.barmer-gek.de 398 1.257
www.ikk-classic.de 0 0
www.dak.de 973 3.571
www.aok.de 572 1.588

Warum dieser Aspekt so wichtig ist das wir ihn an dieser Stelle aufführen, ist relativ einfach zu begründen. Weil fehlerhafte Verlinkungen, die 404er zur Folge haben, Euer Crawling-Budget verschwenden! Aber auch der vorhandene Wert von der linkgebenden Website (Link-Juice) kann nicht weitergereicht werden u.v.a.m. Daher sollten diese 404er dringend abgebaut werden!!!

Dieses kleine Beispiel zeigt allerdings recht deutlich, dass es bei jedernoch so leicht anmutenden Einschätzung einer genauen Analyse bedarf.

Und wie dieser kleine Quick-Check zeigt, hätten die meisten gesetzlichen Krankenkassen diesbezüglich einiges zu tun. Aber natürlich nur dann, wenn sie die dahintersteckenden Potentiale auch wirklich nutzen wollen. Eine Ausnahme bilden in diesem Fall die Werte der IKK-Classic, die selbst nach mehrfachen Tests keinen einzigen 404er aufführen konnten. Die DAK hingegen, sollte hier auf jeden Fall mal ein wenig Zeit in diese Aufgabe investieren. Nicht zuletzt deshalb, weil viele der Verlinkungen dem doch recht wichtigem Thema Pflege / Pflegeversicherung zu Gute kommen würden.

2. Themenrelevanz – Wie wichtig ist das Thema der linkgebenden Webseite?

Neben technischen Aspekten und Eigenschaften wie dem Domainalter, ist aber auch das das Thema der linkgebenden Webseite und damit verbunden die Relevanz zu den eigenen Inhalten die verlinkt wurden, enorm wichtig. Daher verwundert es nicht, dass bei den Themen der Linkgeber bei den Krankenkassen zwei Themen ganz besonders dominant vertreten sind – Sport & Gesundheit. Aber seht selbst.

Themenrelevanz der linkgebenden Websites je Krankenkassen Abb. 04: Themenrelevanz der linkgebenden Websites je Krankenkassen

Während die linkgebenden Webseiten der meisten Krankenkassen einen relativ guten thematischen Mix im Linkprofil aufweisen, ist die Barmer GEK hier eher recht einseitig unterwegs. Ebenfalls ein wenig auffällig scheint die starke Gewichtung aus dem Bereich „News/Media“ bei der DAK, dies ist allerdings das Ergebnis eines sideweide Backlinks der SEK-News. Nein, das ist kein Portal zum Sondereinsatzkommando, sondern die Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis ;o) Dieses kleine Beispiel zeigt allerdings recht deutlich, dass es bei jeder noch so leicht anmutenden Einschätzung, einer genauen Analyse bedarf. Ansonsten könnte man bei der Analyse von Eigenschaften eines Backlinkprofils, ebenso wie bei der nächsten Eigenschaft, schnell auf dem Holzweg sein.

3. LinkDetoxRisiko

Kommen wir zu einem, nicht nur für mich sehr wichtigem Kriterium bei der Bewertung eines Backlinks bzw. eines Backlinkprofils – dem LinkDetoxRisiko. Mit diesem selbstlernenden, daten-getriebenen Algorithmus wird durch die LinkResearchTools der DTOXRISK-Wert ermittelt. Dieser wird auf Basis von zahlreichen relevanten Datensignalen berechnet. Je höher dieser Wert ist, umso mehr Regeln signalisieren ein potentielles Risiko des Links für das gesamte Linkprofil der betreffenden Domain. Um die Genauigkeit dieses Reports zu erhöhen, sollten allerdings mindestens 80% der Linktexte klassifiziert werden. Von der Visualisierung her orientiert sich die Gewichtung an den Ampelphasen (grün = niedrig, gelb = mittel, rot = hohe empfohlene Linkprüfpriorität).

LinkDetoxRisiko, inkl. LinkprüfprioritätAbb. 05: LinkDetoxRisiko, inkl. Linkprüfpriorität

Wie diese Metrik zeigt, werden die Link-Profile als „unterdurchschnittlich“ und somit ungefährlich eingestuft. Was wiederum aber nicht bedeutet, dass diese Domains keine risikoreichen Backlinks besitzen. Daher sollten zumindest diejenigen Backlinkquellen, die das DTOXRISK „hoch“ oder auch „mittel“ besitzen, genauer analysiert werden. Ebenso wie bei den 404ern ist auch hier auffällig, dass die IKK-Classic den besten und die DAK den schlechtesten Wert erreicht (sofern man hier überhaupt von schlecht reden kann). Um hier schnellstmöglich vorzugehen, sollte alle mit hohem Risiko versehenen Backlinks auswählen und mittel Excel exportieren, um eine bessere Übersicht über die einzelnen Backlinks (und deren Eigenschaften) zu haben. Diese sollte man bei aller Zeitersparnis (=Kostenersparnis) stets noch einmal gegenprüfen. Heißt, man sollte die Domain bzw. Webseite aufrufen und sich einen genaueren Eindruck über die Vertrauenswürdigkeit und Relevanz der Quelle verschaffen. Erst danach sollte über das weitere Vorgehen entscheiden:

  1. Keine Optimierung (bspw. durch Linkabbau) notwendig
  2. Webseitenbereiber /-master kontaktieren mit der Bitte um Entfernung des Backlinks
  3. Entwertung mittels Google Disavow Tools (Checkliste)

Anmerkungen, inkl. Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Backlinkprofile der Websites der Krankenkassen nicht wirklich „ungesund“ sind! Jedoch gibt es auch für diese Domains, unabhängig von der gesamten Online-Marketing-Strategie und der möglicherweise damit verbundenen Domain-Strategie, zahlreiche Optimierungspotentiale. Grundsätzlich ist sehr auffällig, dass all diese Krankenkassen viele weitere große Webseiten, Foren oder Magazine betreiben, welche teilweise unglaublich viel relevanten Content parat halten. Beim „Cross-Domain-Linking“ wird allerdings oft sehr einfallslos auf sidewide Links gesetzt und somit die Chance vertan, themenrelevante Unterbereiche zielgerichtet zu stärken und die richtige Zielgruppe zu den richtigen Inhalten zu führen. Stattdessen landen viele Nutzer durch solche Verlinkungen meistens auf der Startseite, die somit nicht selten höheren Absprungraten oder Ausstiegen über die Referrer erzeugt.

Auch wenn der Wettbewerb und die Linkprofile der 5 größten dt. privaten Krankenversicherer sicherlich noch mehr Unterschiede zu Tage gebracht hätten, hoffe ich Euch mit diesem beispielhaften Vorgehen den ein oder anderen Impuls gegeben zu haben. Wenn bisher noch kein Impuls dabei war, erlaubt mir noch einen letzten Versuch:

Denkt beim Setzen eines Backlinks in erster Linie nicht an die Möglichkeit die Suchmaschine durch diesen Backlink zu manipulieren, sondern an den Webseitenbesucher! Oder um genauer zu sein, an den Mehrwert den diese Verlinkung für den Nutzer hat!

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Über den Autor

Heiko
Heiko Stiegert () ist als Senior SEO Consultant für den Auf- und Ausbau der SEO- & Online-Marketing-Strategien innerhalb der mediaworx berlin AG verantwortlich. Sein Hauptaugenmerk liegt hierbei in der Erstellung von Analysen, dem Entwickeln von langfristig und nachhaltig angelegten Konzepten zur Erreichung der Marketing- & Vertriebsziele.