Linkearning – Wie man eine Pressemitteilung für SEO nutzen kann

Nach fast jedem Google Algorithmus-Update rumort es bei den Betroffenen bzw. freuen sich diejenigen, die Gewinne bei Suchmaschinenrankings verzeichnen konnten. Erst recht in Zeiten der animalischen schwarz-weißen Updates (Panda & Penguin) wird vermehrt die Frage gestellt, wie man denn nun am besten an relevante hochwertige Backlinks gelangen kann, da diese nach einhelliger Meinung noch immer einen enormen Einfluss auf das Ranking haben können. Doch nicht wenige SEOs meinen damit vermutlich nur mal wieder einen anderen Weg um Offpage-Optimierung, sprich Linkbuilding zu betreiben. Nur ist es so, dass wenn man nachhaltig gute Rankings erzielen und unter Umständen auch noch eine Marke auf- bzw. ausbauen möchte, dies nicht über den einfachen Weg geht sondern wesentlich mehr Kreativität gefragt ist. Hier muss eine Bewegung weg vom Linkbuilding, hin zum Linkearning geschehen.

Pressemitteilungen für SEO nutzenAbb.1: SEO und PR sollten zusammenarbeiten, um „online“ erfolgreich sein zu können


Vergiss Presseportale, aber hab‘ ein Auge (bzw. Monitoring-Tool) darauf!

Wie Pressemeldungen Einfluss auf SEO haben können, möchte ich im Folgenden mal ein wenig verdeutlichen. Da die meisten Presseportale (Ausnahmen bestätigen die Regel), im Sinne eines nutzerzentrierten Ansatzes, noch nie gute Backlinkquellen waren, werden sie vor allem aufgrund der Entwicklung der Suchmaschinen in Zukunft immer weniger Bedeutung besitzen. Vor Jahren waren sie gut genug die Quantität an Backlinks zu steigern – und es hat durchaus ausgereicht damit gewisse Erfolge zu erreichen oder sein Linkprofil zu „mischen“. Das Ergebnis war nicht selten ein inflationärer Einsatz von Backlinks aus Pressemitteilungen.

Hier muss eine Bewegung weg vom Linkbuilding hin zum Linkearning geschehen.

Fokussiert man sich allerdings zunehmend auf Relevanz und Qualität, spielen solche Backlinks keine relevante Rolle mehr. Wer dies nicht erkennt bzw. nicht erkannt hat, hat bereits oder wird in Zukunft Bekanntschaft mit dem nächsten Penguin-Update machen. Nicht selten führt dies, weil themenrelevante hochwertige Backlinks nicht so leicht/schnell zu bekommen sind, zu sehr unnatürlichen Backlink-Profilen, die für ein Online-Projekt ein hohes u.U. wirtschaftliches Risiko besitzen. Nicht zuletzt deshalb, sollte man stets ein Auge darauf haben und dieses Profil einem regelmäßigen Monitoring unterziehen. Denn man sollte wissen, was wo vom eigenen Unternehmen und über das eigene Unternehmen veröffentlicht wird! Denn hier werden nicht nur Backlinks generiert, sondern auch die Marke positioniert und somit die Reputation einer Marke gestärkt oder aber eben auch geschwächt. Aufgabe sollte es daher sein, die Brand-Awareness & -Reputation, aufgrund solcher Maßnahmen, nicht leichtsinnig auf’s Spiel zu setzen. Tipps dazu gibt es bspw. auf hallme.com.

Presseportale & (Duplicate) Content

Im Rahmen der Online-PR eines Unternehmens bringt die Veröffentlichung von Pressetexten an mehreren Presseportalen nur dann etwas, wenn alle, oder zumindest die relevanten Presseportale, auch den Weg zur Indexierung finden. Das Problem bei der Geschichte ist, dass jedoch nicht der Fall sein wird, wenn ein und derselbe Text unverändert auf mehreren Presseportale veröffentlicht wird. Das Kopieren und die Suche nach einer Überschrift einer solchen Pressemitteilung bei Google führt nicht selten zu dutzenden identischen Snippets. Das Problem bei der Geschichte ist das Google identische Inhalte, die an mehreren Stellen im Web vorkommen, alles andere als positiv bewertet. Daher sind nicht wenige Portale von dem ein oder anderen Panda-Update betroffenen. Darunter leidet nicht selten auch die Sichtbarkeit der Presseportale, worunter wiederum der „Wert des Backlinks“ leidet, den eine solche Pressemitteilung weitergeben kann. Daher sollten neben der Qualität von Pressetexten, auch immer die Individualität dieser berücksichtigt und der jeweiligen Zielgruppe entsprechend ausgerichtet werden.

Pressemitteilung & Backlinks

Bereits seit Jahren wird in einschlägigen SEO-Blogs darüber debattiert, ob Links aus Pressemitteilungen follow oder nofollow sein sollten. Am Ende bleibt es Spekulation und wer sich an gewisse Richtlinien hält, darf bzw. kann auch ruhigen Gewissens schlafen. Meiner Erfahrung nach ist es egal, ob er mit follow oder nofollow ausgezeichnet wird, solange folgende Punkte beachtet werden:

In jeder Pressemitteilung sollte mindestens ein Link auf die eigene Webseite gesetzt werden. Hier gilt es darauf zu achten, dass der Link themenrelevant und nicht (!) nur zur Startseite gesetzt wird. Veröffentlicht bspw. eine Bank eine Pressemitteilung zu neuen Konditionen für ein bestimmtes Anlageangebot, dann sollte mind. ein Link zu der Seite gehen, auf der dieses Angebot auch beworben wird und nicht zur Startseite. Ein Monitoring der Startseite sollte erklären warum dies nicht geschehen sollten. Auf der anderen Seite ist ein keywordlastiger (oder besser gesagt, spammiger) Linktext, ist ebenso zu vermeiden, wie eine nichtssagende Phrase. Denn Verlinkungen aus Pressemitteilungen die auf der Seite, zu der sie verlinken, nicht das Ziel erreichen, welches sie erzielen sollen, sind wertlos. Und nicht nur das! Sie können relevante KPI-Metriken wie der Bouncerate sogar in der Form beeinflussen, dass falsche Rückschlüsse hinsichtlich des Nutzerverhaltens gezogen werden und diese Rückschlüsse wiederum zu Hypothesen führen, die in Änderungen mit sich bringen und somit noch größere Auswirkungen haben, als gedacht – aber eben nur deshalb weil sie nicht bedacht wurden!

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3 schnelle Tipps für Pressemitteilungen

Da bei Pressetexten nicht nur Backlink Ziel der Veröffentlichung sein sollte, sondern auch die Relevanz hinsichtlich des Portals auf dem die Meldung veröffentlicht wird (Presseportal, Fach- & oder Expertenportal, möchte ich Euch heute folgende Empfehlungen für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen mit an die Hand geben.

  • Klare Struktur (Gliederung) des Textes: Überschrift, Untertitel, Haupttext mit 3-5 Absätzen, inkl. Zwischenüberschriften, Abbinder mit Möglichkeiten der Kontaktaufnahme (verlinkte URL, Mail, Tel, soziale Kanäle, etc.)
  • Verwendung von 1 bis 3 Fokus-Keywords aus dem Sprachgebrauch der Zielgruppe (PR- oder Fach-Abteilung)
  • Implementierung eines Backlinks (idealerweise Deeplink) zur thematisch relevantesten Website

Da somit ein gezielter Einsatz von Deeplinks aus Pressemitteilungen heraus ein effektives Instrument zur Leadgenerierung & Kundengewinnung darstellen kann, gilt grundsätzlich folgende leicht zu merkende Faustregel: 1 Link, weil 1 Mitteilung zu 1 Thema!

Deshalb ist der Link in Pressemitteilungen nicht unwichtig!

Nochmal zur Erinnerung: Es geht nicht darum möglichst viele Links von den Presseportalen zu generieren. Teilweise sind einige Portale schon so weit, den Link gar nicht mehr zu übernehmen. Auch wenn solche externen Erwähnungen der (eigenen) Domain ohne Verlinkung (siehe Abb.2) nicht das Gleiche sind die verlinkte Domains, werden sie von Google vermutlich dennoch als Referenzierung mit herangezogen.

Pressemitteilung ohne LinkAbb.2: Beispiel Mitteilung in Presseportal ohne Verlinkung

Macht aber nichts! Denn der eigentliche Grund einer Pressemitteilung sollte es sein über Neuigkeiten, die ein Unternehmen oder eine Marke betreffen, zu informieren. Mit dem in jeder Pressemitteilung vorhandenen Link soll es interessierten Personen (Stichwort: Zielgruppe!), die dieses Thema potentiell aufgreifen, einfacher gemacht werden an weitere Informationen zu kommen. Ist die Pressemitteilung so relevant, dass sie von echten Multiplikatoren (keine Presseportale), Promotoren oder thematisch relevanten Influencern aufgegriffen wird, dann kann dort schneller eine Verlinkung zustande kommen, die sich zum Linkbait bzw. Clickbait entwickelt.

Fazit

Letztendlich sollte es nicht darum gehen einen Link zu setzen, damit er in möglichst vielen Presseportalen erscheint, die über diesen ausgetretenen Pfad mehrheitlich wenig Link-Authority und Link-Juice weitergeben. Es geht darum den Multiplikatoren eine Hilfestellung für weitere Recherchen zu geben. Die Hauptinformationsquelle sollte also die Webseite sein und die Pressemitteilung ein Trigger für Recherchen. Heißt, wird mehr Gehirnschmalz in eine Pressemitteilung gesteckt, gepaart mit etwas Kreativität, kann mehr aus ihr werden, als eine nichtssagende „Linkleiche“.

Linkearning – Wie man eine Pressemitteilung für SEO nutzen kann
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Danny Behne
Danny Behne () ist als SEO Consultant mit für den Auf- und Ausbau der SEO- & Online-Marketing-Strategien innerhalb der mediaworx berlin AG verantwortlich. Trotz oder vor allem wegen seines Daseins als Vollblut SEO, ist er ein Gedankenspieler der gerne auch mal eine Kamera in die Hand nimmt.
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