Optimierung des Ladeverhaltens – Diese Analyse-Tools helfen Ihnen (Teil 1)

Ein essentieller und leider auch in der heutigen Zeit immer noch oft vernachlässigter Baustein einer erfolgreichen Webseite, ist die Ladegeschwindigkeit eines Servers, mit welcher Daten von Server zum Client (Browser des Nutzers) übertragen werden. Ein für Nutzer optimiertes Ladeverhalten sorgt allerdings nicht nur für die schnellere Auslieferung und Bereitstellung der Inhalte einer Webseite auf den jeweiligen Endgeräten der Anwender, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für eine höhere Konversionsrate! Denn Online-Anwender sind ungeduldig! Heißt, je länger das Ladeverhalten einer Webseite benötigt, um so geringer wird die Konversionsrate sein. Ein Argument mit dem man sicherlich bei nahezu jedem Kunden, offene Türen einrennt. Somit dürfte es dann auch wesentlich leichter sein, Aufwände bezüglich der Performance-Optimierung innerhalb einer Projektabwicklung unterzubringen. Denn Performance ist schon lange nicht mehr nur ein IT-Thema, denn die Geschwindigkeit einer Website hat großen Einfluss auf die Zufriedenheit oder eben aber auch auf die Unzufriedenheit des Nutzers.

Performance MonitoringAbb.1 toolbasiertes Performance-Monitoring zur Analyse des Ladeverhaltens von Webseiten

Das Internet im Großen und die Webseiten im Kleinen präsentieren ein nahezu stets verfügbares und grenzenloses Angebot von Information. Wer nicht schnell genug (aus)liefert, verliert den (potentiellen) Kunden oder Interessenten an einen Online-Konkurrenten und davon gibt es meistens genügend. Ein weiterer Effekt, der langfristig gesehen sogar noch schwerwiegendere Folgen mit sich bringen kann ist der, dass der Brand und die Brand-Awareness darunter leiden können. Denn ein schlechtes Ladeverhalten Webseiten kann den Eindruck mangelnder Qualität erzeugen.

Wer nicht schnell genug (aus)liefert verliert den bei (potentiellen) Kunden oder Interessenten an einen Online-Konkurrenten und davon gibt es meistens genügend.

Unabhängig von der ästhetische Qualität der Webseite. Eine ansehnliche Webseite allein, verkauft nicht von allein! Denn besonders neue Nutzer, die eine Website zum ersten Mal aufrufen und somit oftmals die geballte Anzahl an HTTP-Requests vor den Latz geknallt bekommen, versuchen ihr Glück bei einer solchen ersten Enttäuschung sicherlich nicht erneut. Ergebnis – Die Conversion-Rate sinkt, die Brand-Awareness leidet und zurück bleibt ein gefrusteter Nutzer. Neben diesen offensichtlichen Vorteil der auf die User-Experience (UX) einzahlt, kommt dieser Aspekt aber auch der Suchmaschinenoptimierung zugute, denn die Ladezeit ist seit einigen Jahren auch ein Rankingfaktor. Sie schlagen also zwei Fliegen mit einer Klappe. Auf Basis dieser Notwendigkeit, die zusehends auch von vielen Webseitenbetreibern als solche erkannt wird, entstanden zahlreiche Tools von denen wir Euch in diesem Artikel einige der Performance-Monitoring Tools näher vorstellen wollen.

Das Ladeverhalten von Webseiten ist nicht länger mehr nur ein IT-Thema!

Performance-Monitoring-Tools – Wie und was testet man?

Zum Testen der Performance der eigenen Webseite gibt es diverse Tools, die Schwachstellen offen legen, einen Vergleichswert liefern und somit potentiale zur Verbesserung des Ladeverhaltens von Webseiten offen legen. Oft wird dabei von TTFB oder Server Response gesprochen. Was sich auf den ersten Blick für manch einen wie technische Undurchdringlichkeiten anhört, ist im Prinzip ganz simpel erklärt:

  • Time to first byte (TTFB) ist die Geschwindigkeit, meist in sek oder ms angegeben, die der Server benötigt um nach der Anfrage das erste Byte an Informationen an den Client (bzw. Browser) auszuspielen.
  • Load Time ist die Zeit bis zu der die Daten, der aufgerufenen Webseite, vollständig an den Browser übermittelt wurden. Hier wird zwischen Erstaufruf (First View) und wiederholtem Besuch unterschieden (Repeat View – Caching sorgt hier für eine schnellere Auslieferung des Webseitendokumentes und der Inhalte).
  • Darüber hinaus gibt es noch die Metrik Fully Loaded, die angibt wann in dem Dokument alle Inhalte, einschließlich der durch den Client geladenen dynamischen Elemente, komplett geladen wurden.

Unter anderem diese Metriken verwendet auch ein Teil der folgenden Tools, auf die im folgenden eingegangen wird.

WebPagetest

Der vielen von Euch sicherlich ebenfalls bereits bekannte Dienst Webpagetest.org erlaubt wahrscheinlich die detaillierteste Auswertung der Ladezeiten der Inhalte einer Webseite. Neben dem detaillierten Ladeverhalten der unterschiedlichen Inhalte (Text, Bild, JavaScript, Videos, …) und deren Ladereihenfolge, wird hier ebenfalls getestet, ob die Inhalte bereits komprimiert wurden und ob eine saubere Trennung von Content und Layout vorliegt. Ein weiterer sehr hilfreicher und in letzter Zeit zunehmend ausgebauter Bereich dieser Anwendung ist, dass man seine Webseite von verschiedenen Server-Standorten aus in Nord- & Süd-Amerika, Europa, Asien oder Ozeanien, mit verschiedenen Browser(versione)n, testen kann. Zudem besitzt man die Möglichkeit verschiedene Übertragungsraten von Internet-Verbindung zu simulieren. Eingeteilt werden Performance-KPIs von WebPagetest von sehr gut (A) bis schlecht (F) und darüber hinaus sind diese noch einmal mit ihren numerischen Werten erfasst.

WebPagetestAbb.2 Performance-Monitoring-Tool WebPagetest

ShowSlow

ShowSlow (siehe Abb.1) ist eine Performance-Anwendung, um Webseiten von bzw. mit YSlow (grade), Page Speed (score) und dynaTrace (rank) zu testen und anschliessend ausgiebig zu analysieren. Die nach einem Test erzielten Ergebnisse (metrics) sind für Anwender frei zugängig. Einen wirklich guten Mehrwert bietet ShowSlow, weil es auf einem eigenen Server installiert und somit in den Entwicklungs-, Analyse- und Qualitätsicherungsprozess eines Projektes mit eingebunden werden kann. Ein weiteres sehr hilfreiches Feature ist jenes, dass es dem Anwender erlaubt seine Webseiten mit verschiedenen Server-Standorten aus Nord- & Süd-Amerika, Europa, Asien oder Ozeanien, inklusive mit verschiedener Browser(versione)n, zu testen. Info: Eine Nutzung kann hier nur mit Login oder der Autorisierung eines Social Network-Accounts wie Twitter, Facebook & Co erfolgen.

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Pingdom

Zu den wahrscheinlich bekanntesten Pagespeed Tools im Bereich Performance-Monitoring gehört sicherlich der Full Page Test von Pingdom. Mit diesem Tool lässt sich neben der gesamten Ladegeschwindigkeit einer Webseite, auch zusätzliche Informationen wie der Zeitpunkt der Verbindung messen. Außerdem gibt dieser Test der Qualitätssicherung hilfreiche Aufschlüsse darüber, wie viele HTTP-Requests zum Laden der Inhalte notwendig wurden und wie lange die einzelnen Requests zu Laden benötigten. Daraus wiederum kann abgeleitet werden, wie groß das Optimierungspotential dieser einzelnen Requests und somit der gesamten Webseite unter Umständen ist.

YSlow

Ein ähnliches Prinzip nutzt YSlow, dass als Browser-Plugin von Yahoo entwickelt wurde. Voraussetzung ist, dass das Browser-Plugin Firebug installiert ist. YSlow teilt diverse Metriken, die Auswirkung auf die Ladezeit haben könnten in Grade von A (sehr gut) bis F (verhindert schnelles laden) ein. Diese können auch noch einmal getrennt nach Art des Ladezeit-Problems aufgerufen und so strukturiert abgearbeitet werden.

Google PageSpeed

Das letzte Tool zur Analyse von Ladegeschwindigkeiten das ich Euch heute vorstellen möchte, ist das PageSpeed-Tool von Google. Dieses bewertet mögliche Schwachstellen einer Webseite in einer Punktzahl von 0-100, wobei 0 eine extreeeem langsame Seite bedeutet und 100, das diese nicht weiter bezüglich der Schnelligkeit zu optimieren ist. Sie ermittelt nach definierten Regeln wo eine Behebung erforderlich, empfohlen oder bestanden ist. Außerdem umfasst sie gleich die Bereiche „Mobile“ und „Desktop“. Und eine für mobile Endgeräte optimierte Webseite sollte heutzutage keine Webseite vernachlässigen.

Google PageSpeedAbb.3 Performance-Monitoring-Tool Google PageSpeed

Fazit

Die Berücksichtigung der Performance als eines der entscheidenden Kriterien bei der Optimierung einer Webseite gibt dem Webseitenbetreiber eine Vielzahl an Informationen, die den Erfolg sichtbar(er) werden lassen können. Neben den Themen Semantik und Responsive Design, erhält aus technischer Sicht momentan zudem kaum ein Thema mehr Zuspruch, als das der Web Performance Optimierung. Die hier vorgestellten Performance-Monitoring-Tools ermöglichen es, teilweise sehr detaillierte Einblicke in das Ladeverhalten von Webseiteninhalten und deren Strukturen zu erhalten und deshalb hoffe ich, dass der ein oder andere Leser die Notwendigkeit dieses Bereiches im Entwicklungsprozess einer Webanwendung erkannt hat und unter Umständen für eigene Analysen gewonnen werden konnte. Und sei es nur, dass der Artikel den ein oder anderen Tipp beinhaltete ;o)

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Danny Behne
Danny Behne () ist als SEO Consultant mit für den Auf- und Ausbau der SEO- & Online-Marketing-Strategien innerhalb der mediaworx berlin AG verantwortlich. Trotz oder vor allem wegen seines Daseins als Vollblut SEO, ist er ein Gedankenspieler der gerne auch mal eine Kamera in die Hand nimmt.
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