SEO-Texte schreiben – Trends für 2017

Du möchtest einen SEO-Text für deine Website schreiben? Dann empfehlen wir dir unseren SEO-Workshop. In diesem erklären wir unter anderem, dass es keine SEO-Texte gibt.

Spaß beiseite – Das Thema Content ist wichtiger denn je und besonders zum Thema Texterstellung halten sich auch unter SEOs einige Onpage-Mythen hartnäckig. Mit diesen möchten wir brechen und sowohl Best Practices zeigen, als auch einen Ausblick auf die Zukunft des vermeintlichen SEO-Textes geben.

Ohne Keyword-Strategie nix los

Jeder professionellen Content-Erstellung geht eine Keyword-Recherche und darauf aufbauende Strategie voraus. Sollte dieser Schritt noch nicht passiert sein, findest du hier eine lange, langweilige Anleitung für eine Keyword-Analyse. Auch die Zielgruppe sollte definiert sein, damit Stil und Ansprache der Webtexte passen.

Die Keyworddichte ist tot

Früher hieß es, für einen Rankingerfolg braucht es 7-10 % Keyword Density (heute gemeinhin als Keyword-Stuffing bekannt), dann 3-4 %. Heute sage ich dir, dass das Nonsens ist. Es bringt keinen nachhaltigen SEO-Erfolg, die Content-Erstellung darauf zu reduzieren, irgendein Keyword immer wieder stupide zu wiederholen. Der Google-Algorithmus ist spätestens seit dem Penguin-Update 2012 so raffiniert, dass semantische Zusammenhänge begriffen werden können und so die thematische Relevanz einer Seite auch ohne hohe Keyword-Ratio bewertet wird. „Überoptimierte“ Seiten werden seitdem sogar abgestraft. Hier im Büro bekommt übrigens das Strafschwein 50 Cent gefüttert, wenn jemandem das Wort Keyword-Dichte über die Lippen kommt.

Nur ist es damit nicht getan, die Finger vom Keyword-Stuffing zu lassen. Es gibt aktuell unzählige Seiten, die ihre SEO-Texte als nutzerfreundlichen Content mit echten Mehrwerten tarnen. Dem Besucher, der seriöse Informationen erwartet, wird einfach nur erbig, äh, schwindelig.

Es gibt keinen einzigen Satz, in dem kein Erbenwort vorkommt und es ist deutlich, dass der ganze Webtext zuerst für die Suchmaschine und dann für den Leser geschrieben wurde.

Bringt das Erfolge? Für das Fokus-Keyword „Erbengemeinschaft“ rankt die Seite auf Platz 49 der Google-Suchergebnisse (Stand 13.06.2017). Also nein.

WDF*IDF

Die recht komplexe logarithmische Formel (die ich aus Mitgefühl auslasse) bestimmt die Gewichtung bestimmter Wörter innerhalb eines Textes im Verhältnis zu allen potenziell möglichen Dokumenten und ist ein besseres Indiz als die Keyword-Dichte.

„WDF“ steht für Within Document Frequency, also die Häufigkeit des Terms innerhalb des Textdokuments im Verhältnis zur relativen Häufigkeit aller anderen Begriffe.

„IDF“ bedeutet Inverse Document Frequency und meint die Gesamtzahl aller der Suchmaschine bekannten (indexierten) Dokumente geteilt durch die Anzahl aller Dokumente, die das entsprechende Keyword enthalten. Diese zusätzliche Gewichtung korrigiert die WDF-Formel.

Es gibt ein paar tolle Tools, wie den Textassistent von onpage.org, die anhand von WDF*IDF bei der suchmaschinenfreundlichen und einzigartigen Content-Erstellung helfen, wobei die Ergebnisse immer als Richtlinien, nicht als Regeln zu verstehen sind.

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Die richtige Textlänge eines SEO-Textes

Noch vor ein paar Jahren hatte jede „SEO-Seite“ am Seitenende einen ca. 200-300 Wörter langen Text. Zum Glück verschwinden diese Seiten und nutzlosen SEO-Texte immer mehr. Der nächste Trend in der Content-Erstellung waren dann endlose Textwände. Mit zähen Ausführungen über ein und dasselbe Thema erregt man jedoch keine Kauf- und Conversion-Lust bei Seitenbesuchern, sondern bestenfalls Mitleid und Fluchtgedanken. Es gilt auch bei Texten auf Webseiten:

„So lang wie nötig, so kurz wie möglich.“

Wenn es viel zu einem Thema zu schreiben gibt, ist das wunderbar. Aber künstlich verlängerten Content schreiben, um mehr Keywords unterzubringen, ist eine aussterbende Praxis. Zum Glück, oder hast du Zeit und Lust dich durch seitenweise Text zu kämpfen, um eine ganz simple Information zu finden?

Position 35 für „Kleid kaufen“ als Trostpreis für diesen hilfreichen, spannend geschriebenen, verdächtige 340 Wörter langen SEO-Text

Struktur des Contents: Hilfestellung für Leser und Suchmaschinen

Hand aufs Herz: Niemand wird deinen 1984 Wörter langen Text über das Paarungsverhalten von Rüsselschnecken Wort für Wort lesen. Fast ausnahmslos werden Texte bestenfalls überflogen und nur Überschriften registriert. Dieses nach der Form des Blickverlaufs benannte F-Muster bestätigen diverse Eyetracking-Tools. Wir sollten unseren Besuchern beim Screening der Texte helfen, damit sie schneller an ihr Ziel kommen:

  • Einleitung und Fazit sind die wichtigsten Abschnitte des Textes – besonders das Fazit greift noch einmal synthetisiert die Punkte aus deinem Text auf und findet besondere Beachtung. An beiden Stellen sind automatisch mehr Keywords enthalten.
  • Überschriften gliedern thematisch den Text und brechen lange Textwände auf. Idealerweise sollte alle paar Hundert Wörter eine in HTML ausgezeichnete Headline stehen, jedoch nur eine einzige H1. Diese darf gerne das Keyword oder ein Synonym davon enthalten, aber nur wenn es Sinn macht. Jede Überschrift allein betrachtet sollte schlüssig und verständlich sein, auch ohne den gesamten Inhalt der Seite gelesen zu haben. Überschriften allein tragen also einen hohen Informationsgehalt. Zu lange Überschriften unbedingt vermeiden!
  • Hervorhebungen: Ein Zitat, eine Definition oder eine wichtige Information können gut in ein Kästchen gesetzt werden, das sich vom Text abhebt und den Blick einfängt. Auch Unterstreichung, Fett- und Kursivschreibung verbessern die Übersichtlichkeit des Textes.
  • Listen in sortierter (1., 2., 3.) oder unsortierter Form (Bullet Points) werden sowohl von Benutzern, als auch von Suchmaschinen besonders beachtet. Diese sollten als <ol> oder <ul> in HTML angelegt werden.
  • Links: Kommen im SEO-Text Produkte aus dem eigenen Angebot vor, sollte dieses über Textlinks direkt aufrufbar gemacht werden. Zu beachten ist, dass präferiert Keywords verlinkt werden sollten. Nicht sinnvoll ist also das Modell „Für schöne Schuhe klicken Sie hier

Guter Inhalt ist wichtiger als eine suchmaschinenfreundliche, aber leere Hülle

Ausblick: Die Zukunft des SEO-Textes

Google verfeinert regelmäßig den Algorithmus und es wird in Zukunft noch weniger notwendig sein, der Suchmaschine förmlich aufzudrücken, dass die eigene Seite passend für einen Suchbegriff ist. Der Besucher sollte an erster Stelle für die Content-Erstellung stehen. Und dieser verdient qualitativ hochwertige, hilfreiche und emotional ansprechende Inhalte als Antwort auf seine Suchanfrage. Sollte die Lesbarkeit des Textes nicht darunter leiden, kann hier und da noch optimiert und ein Keyword eingebaut werden. Tun wir uns einen Gefallen und streichen das Wort SEO-Text aus unserem Wortschatz und konzentrieren wir uns bei der Content-Erstellung genau so sehr auf Qualität wie bei all unseren anderen Prozessen auch.

SEO-Texte schreiben – Trends für 2017
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